4 Prävention

Die Diagnose WKS ist für alle betroffenen Personen, wie auch deren Angehörige und Bekannte, eine schwere Belastung. Präventionsmaßnahmen könnten die Schwere einer Erkrankung mildern oder auch gänzlich verhindern. Neben dem persönlichen Aspekt sind, wie bei allen Krankheiten, auch die volkswirtschaftlichen Bedeutungen zu beachten. Der Tagessatz für eine vollstationäre Unterbringung wird beispielsweise in Bremen mit ca. 95 Euro vergütet (Stand 2010). Eine Unterbringung pro Jahr kostet also ca. 34 675 Euro, zuzüglich weiterer Kosten wie Taschengeld und Urlaubsfahrten. Zusätzlich werden die meisten Personen mit einem Korsakowsyndrom für den ersten Arbeitsmarkt als erwerbsunfähig eingestuft. Die persönlichen und die volkswirtschaftlichen Aspekte machen deutlich, dass eine grundsätzliche Präventionsarbeit zum Thema Sucht und Alkoholismus, ebenso wie eine spezielle Prävention zum WKS und ähnlichen Folgeerkrankungen, notwendig ist. Primäre Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Suchtkrankheit, insbesondere Prävention von Alkoholabhängigkeit, sind natürlich immer auch Präventionsmaßnahmen für das WKS. Präventionsmaßnahmen, die speziell für das Korsakowsyndrom angesetzt werden, können deshalb bei den Personen ansetzen, die bereits eine Alkoholabhängigkeit entwickelt haben. Prävention kann deshalb im Bezug auf das Korsakowsyndrom als Risikominderung bei bereits alkoholabhängigen Personen angesehen werden. Risikominderung bei Alkoholabhängigkeit wird notwendig, wenn Personen trotz ihrer Alkoholabhängigkeit nicht auf den Genuss oder die Rauschwirkung von Alkohol in ihrem Leben verzichten möchten oder können.